Migranten Milieus

Sinus-Migranten-Milieus®

Integration, Vielfalt, soziale Milieus, Lebenswelten, Lebensstile, Gesellschaftsmodell, Zielgruppen, Rollenbilder, Teilhabe


Die Integration von Migrantinnen und Migranten ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart.

Bereits 2008 hat das SINUS-Institut die bis dato umfassendste empirisch gesicherte Beschreibung der Lebenswelten von Migrantinnen und Migranten in Deutschland untersucht und mit vielen Vorurteilen aufgeräumt. Nun wurde 2018 die zweite repräsentative Studie des SINUS-Instituts zu diesem Thema veröffentlicht.

 

Sinus-Migrantenmilieus 2018: Studie zeigt große Vielfalt an Lebensstilen unter Migranten

„DIE“ Migranten gibt es nicht – Studie zeigt vielfältige Lebensweisen und Lebensauffassungen unter Migranten

Ein zentraler Befund der vom vhw (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung) beauftragten Studie ist, dass es in der Migrantenpopulation, ebenso wie in der autochthonen Bevölkerung, eine große Vielfalt von Lebensauffassungen und Lebensweisen gibt. Zehn Migranten-Milieus (2008: acht Milieus) mit jeweils unterschiedlichen Lebenswelten, Wertebildern und Integrationsniveaus konnten identifiziert werden.


Integrationsbereitschaft ist mehrheitlich stark ausgeprägt

Insgesamt ist die Bereitschaft, sich kulturell anzupassen und in Deutschland zu integrieren, in weiten Teilen der Migrantenpopulation stark ausgeprägt. Sie findet sich gehäuft in den soziokulturell modernen Lebenswelten, aber auch in den Milieus der Mitte. Im modernen Segment der migrantischen Bevölkerung ist ein bi-kulturelles Selbstbewusstsein die Norm, in der Mitte neigen viele sogar zu einer postintegrativen Perspektive, d. h. dass sie sich selbst gar nicht mehr als Migrant/in verstehen, sondern als selbstverständliches Mitglied der hiesigen Gesellschaft.

Hingegen tritt Segregation überdurchschnittlich häufig in den durch ethnische und religiöse Traditionen geprägten Milieus sowie am unteren sozioökonomischen Rand der Population auf. Stärker als bei der letzten Erhebung 2008 sind hier Abgrenzungs- und Rückzugstendenzen zu beobachten. So haben 26 Prozent der Migranten das Gefühl, von den aktuellen Veränderungen in unserer Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, 19 Prozent fühlen sich manchmal heimatlos und wissen nicht, in welche Kultur sie gehören, und 16 Prozent erleben immer wieder, dass Deutsche sich vor ihnen zurückziehen.


Zur Studie:

Zum zweiten Mal nach 2008 wurde vom SINUS-Institut eine repräsentative Untersuchung der Migrantenpopulation in Deutschland durchgeführt. Aufbauend auf einer qualitativ-ethnografischen Leitstudie (2016) wurden im Sommer 2017 insgesamt 2.053 Personen mit Migrationshintergrund (Definition gemäß Statistischem Bundesamt) befragt. Grundgesamtheit ist die migrantische Bevölkerung ab 15 Jahren mit geklärtem Aufenthaltsstatus.

Eine Kurzzusammenfassung der Studie finden Sie hier, ein ausführlicher Bericht des vhw steht hier zum Download bereit.

Weitere Informationen zur vhw-Migrantenmilieu-Studie und den Sinus-Migrantenmilieus können Sie auf der Seite des SINUS-Instituts nachlesen.